Mit der Schließung des „Pearls“ in Nabburg endet eine feste Institution für 16er-Partys. Doch während viele dem Club nachtrauern, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Gehen Jugendliche heute überhaupt noch feiern wie früher?
Freitagabend, 22 Uhr: Früher hätte sich vor dem „Pearls“ in Nabburg eine lange Schlange gebildet aus Jugendlichen, voller Vorfreude auf ihre erste lange Nacht. Für viele war die Großraumdisco über Jahre hinweg die erste Anlaufstelle, um mit 16 ins Nachtleben einzutauchen. Ende April schließt der Club nach 18 Jahren. Und mit ihm verschwindet ein Stück Jugendkultur in der Region.
Denn das „Pearls“ war mehr als nur eine Disco. Wer 16 wurde, ging feiern – oft genau hier. Möglich machten das vor allem die zahlreichen Partys ab 16 Jahren, die den Einstieg ins Nachtleben erleichterten. Doch genau dieses Verhalten scheint sich verändert zu haben.
„Die junge Generation hat das Feiern verlernt“, findet Thomas Kappl. Er ist einer der beiden Betreiber des Nachtclubs „Hashtag“ in der Weidener Innenstadt. Durch Einflüsse von sozialen Medien, wo man zum Beispiel Partys auch über Livestreams verfolgen kann, habe sich das Partyverhalten der jungen Leute stark verändert. Auch die Corona-Zeit habe hierbei eine Rolle gespielt.
Mit 16er-Partys und vor allem Schülerpartys, die in Zusammenarbeit mit den Schulen geplant werden, versuchen die Clubbetreiber, die jungen Leute langsam ins Partyleben einzuführen. Die Ideen der Betreiber scheinen gut zu funktionieren. Obwohl bei den Schülerpartys der Umsatz für sie zweitrangig ist, gehören diese zu den beliebtesten Club-Events. „Es soll dabei auch nicht um Alkohol gehen, sondern einfach darum, mit Freunden zusammen rauszugehen und etwas zu erleben“, betont Kappl.
„Also, ich glaube, damals waren die Möglichkeiten deutlich besser als jetzt“, meint die 27-jährige Selina im Rahmen einer Straßenumfrage. Auch sie findet, dass die Jugend heute nicht mehr so feiern geht wie früher. Als Party-Trend der aktuellen Zeit nennt sie sogenannte „Raves“. „Raves“ sind Tanzveranstaltungen mit elektronischer Musik, oft nicht in traditionellen Clubs, sondern an ungewöhnlichen Orten. Diese können zum Beispiel auch tagsüber stattfinden. Oft sind „Raves“ erst ab 18 Jahren zugänglich.
Auch die allgemeinen Party-Möglichkeiten in Weiden scheinen ausbaufähig. „Allgemein gehe ich jetzt nicht mehr so viel in Weiden feiern wie damals mit 16 oder so“, berichtet die 21-jährige Sofie. Bei der Umfrage unter jungen Menschen wurde vor allem das „Hashtag“ als Möglichkeit in Weiden genannt. Um sich abends entspannt mit Freunden zu treffen und etwas zu trinken, gehen einige auch gerne in Bars und Cafés – wie zum Beispiel ins „Beanery“.
Ein Muttizettel und eine volljährige Begleitperson sind grundsätzlich nötig, wenn Jugendliche unter 18 Jahren auch nach Mitternacht feiern wollen. In Deutschland ist dann die Aufsicht durch eine erziehungsbeauftragte Person vorgeschrieben.